Für Sexualpädagogik

Sexualpädagogik Weiterbildung: Einwilligung erfahrbar machen

Zustimmung, Grenzen und Respekt lassen sich erklären, aber erst Erfahrung macht sie greifbar. Das Kizuna Konzept liefert Fachpersonen eine klar strukturierte Übung, in der erwachsene Paare Konsens praktisch erleben.

Hagen Alkis, Entwickler des Kizuna Konzepts, im Porträt

Kizuna Konzept in der Sexualpädagogik: Hintergrund und Einsatz

Wenn Erklären nicht reicht

Zustimmung, Grenzen und Respekt lassen sich erklären, aber erst Erfahrung macht sie greifbar. Sexualpädagogische Arbeit kennt dieses Spannungsfeld: Wissen über Einwilligung ist vorhanden, die Umsetzung im Miteinander ist eine andere Aufgabe. Das Kizuna Konzept liefert Ihnen eine klar strukturierte Übung, in der erwachsene Paare Konsens praktisch erleben, ohne sexuelle Handlung und ohne Leistungsanspruch.

Was Kizuna Ihrer Bildungsarbeit hinzufügt

Konsens wird bei Kizuna zu einem Ablauf mit klar abgegrenzten Schritten, die sich einzeln üben und besprechen lassen. Das gibt Paaren eine Sprache für Grenzen: Wer eine Grenze erlebt hat, findet leichter Worte dafür. Die Sequenz liefert Anlass und Vokabular für das Gespräch, so wie es die Seite Konsens in der Paararbeit im Detail beschreibt. Die Zielgruppe sind erwachsene Paare, die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich.

So läuft eine Sequenz ab

Jede Sequenz folgt demselben Rahmen. Zuerst klären beide Partner, was sie möchten und was nicht (Absprache). Ein vereinbartes Zeichen macht Zustimmung und Zögern sichtbar (Signal). Jeder Schritt kann jederzeit beendet werden (Abbruch). Danach benennen beide, was sie erlebt haben (Nachgespräch). Am Ende steht eine kleine Form, die Paare zu Hause ohne Anleitung wiederholen können, mehr dazu unter Übungen für Paare zu Hause. Der nonverbale Zugang ergänzt dabei das Gespräch, ohne es zu ersetzen.

Fachliche Verankerung

Die Methodik ist an etablierte Modelle zurückgebunden: Polyvagal-Theorie (Stephen Porges), Bindungsforschung und emotionsfokussierte Paartherapie (Sue Johnson), interpersonelle Neurobiologie (Daniel Siegel) sowie Paarforschung (Gottman, Perel). Zentral ist die Co-Regulation: die gegenseitige Abstimmung zweier Nervensysteme, die sich in einer Seilsequenz direkt erleben und anschließend benennen lässt.

Ihre Rolle und die Grenzen der Methode

Sie entscheiden, ob und in welchem Format Kizuna zu Ihrem Angebot passt. Die Prüfung für Ihr Setting bleibt bei Ihnen. Im Setting gibt es keine sexuelle Handlung, keinen Schmerz als Selbstzweck und keine Unterwerfungsdynamik. Kizuna macht keine Heilsversprechen und ersetzt keine Therapie. Wo Gewalt, akute Krisen oder Traumafolgen im Raum stehen, gehört die Arbeit in einen therapeutischen Rahmen.

Weitere Arbeitsfelder

Das Kizuna Konzept ist für mehrere Arbeitsfelder ausgelegt: Paarberatung, Coaching, Sexualtherapie, Sexological Bodywork, Tantra und Körperarbeit, Psychotherapie mit Paarfokus und traumasensible Körperarbeit. Einen Überblick über alle Adressaten und die Termine finden Sie auf der Seite Für Fachkreise. Die Weiterbildung entsteht gerade: Tragen Sie sich unverbindlich auf die Interessensliste ein.

In der Praxis

Was das Kizuna Konzept Ihrer Sexualpädagogik ermöglicht

Konsens zum Anfassen

Absprache, Signal, Abbruch und Nachgespräch sind klar abgegrenzte Schritte, die sich einzeln üben und besprechen lassen.

Sprache für Grenzen

Wer eine Grenze erlebt hat, findet leichter Worte dafür. Die Sequenz liefert Anlass und Vokabular für das Gespräch.

Ein geschützter Rahmen

Kein Schmerz als Selbstzweck, keine Unterwerfungsdynamik, keine sexuelle Handlung. Die ethischen Grenzen sind Teil der Methode.

Übertragbar in den Alltag

Jede Sequenz endet mit einer kleinen Form, die Paare zu Hause ohne Anleitung wiederholen können.

Fundament

Theoretische Verankerung

Kizuna ist Praxis, aber keine beliebige. Die Methodik wird konsequent an etablierte Modelle rückgebunden – jede Übung bleibt erklärbar.

Polyvagal-Theorie

Stephen Porges

Sicherheit als physiologischer Zustand – und die Bedingungen, unter denen er entsteht.

Bindungsforschung & EFT

Sue Johnson

Nähe-Distanz-Muster, die im Körper sichtbar werden, bevor sie benannt sind.

Interpersonelle Neurobiologie

Daniel Siegel

Co-Regulation zwischen zwei Nervensystemen als übbarer Prozess.

Paarforschung

Gottman, Perel

Was Bindung langfristig trägt – übersetzt in Erleben statt in Vorsätze.

Rahmen

Ethik und Grenzen der Methode

Diese vier Punkte sind Voraussetzung für die Arbeit mit Kizuna – nicht Kleingedrucktes.

Die Methode ersetzt keine Therapie

Kizuna ist Erfahrungsarbeit. Wo Traumafolgen, Gewalt oder akute Krisen im Raum stehen, gehört die Arbeit in einen therapeutischen Rahmen – Kizuna kann daneben stehen, nicht an ihrer Stelle.

Die Rolle bleibt Ihre

Sie bleiben in Ihrem Setting, mit Ihrer Berufsordnung und Ihren Grenzen. Kizuna liefert Methodik, keine neue Identität und keine abweichenden Standards.

Würde ist nicht verhandelbar

Kein Schmerz als Selbstzweck, keine Unterwerfungsdynamik, keine sexuelle Handlung im Setting. Das Seil ist Resonanzkörper, nicht Machtmittel.

Keine Heilsversprechen

Weder gegenüber Paaren noch in der eigenen Außendarstellung. Was Kizuna kann, wird beschrieben; was es nicht kann, ebenso.

Unverbindlich

Auf die Interessensliste

Tragen Sie sich ein, und Sie erfahren als Erstes, wenn Curriculum, Termine und Konditionen stehen. Kein Newsletter, keine Verpflichtung – eine Nachricht, wenn es etwas zu sagen gibt.

Wer früh auf der Liste steht, wird außerdem in die Ausgestaltung einbezogen: Welche Module braucht Ihre Praxis wirklich?

Häufige Fragen

Was Fachpersonen fragen

Für erwachsene Paare. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich.

Sie entscheiden, ob und in welchem Format Kizuna zu Ihrem Angebot passt. Die Prüfung für Ihr Setting bleibt bei Ihnen.

Nein. Die Ausbildung beginnt bei null und baut die Handhabung von Grund auf auf. Wichtiger als Seilerfahrung ist Erfahrung in der Arbeit mit Menschen.

Nein. Kizuna arbeitet ohne sexuelle Handlung, ohne Schmerz als Selbstzweck und ohne Unterwerfungsdynamik.

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